Das Beste zum Schluss

O du fröhliche… Zeit, in der nur das Beste auf den Tisch kommt: Zelten, Stollen, Panettone, Kekse. Alles in Handarbeit, alles aus besten Zutaten und alles nach traditionellen Rezepten. Schließlich geht der Blick am Ende des Jahres gern zurück.

Im Falle der Bäckerei Häusler in Sterzing geht er weit zurück, sogar bis ins 19. Jahrhundert, als Urahn Paul 1896 in einem Reiseführer für Sterzing mit „Wiener Feinbäckerei“ warb. Rund ein Jahrzehnt später ließ er noch einmal sein „frisches, gutes Teegebäck in grosser Auswahl“ in ein Zeitungsinserat schreiben. Teegebäck und Kekse gehören also in der Bäckerei Häusler seit mehr als einem Jahrhundert zum täglichen Brot, in der Weihnachtszeit natürlich ganz besonders. „Dann müssen wir schon einmal Extraschichten einschieben“, lacht Christoph, der die Bäckerei Häusler seit 2017 führt – in fünfter Generation.

Natürlich ist die Keksauswahl heute eine andere als noch 1896, trotzdem haben sich einige Klassiker gehalten, andere wurden neu interpretiert, wieder andere Sorten neu ins Sortiment aufgenommen, sodass dieses heute ein sehr viel breiteres ist als noch vor 100 Jahren. Nur das Qualitätsgeheimnis ist dasselbe geblieben: „Wir arbeiten ausschließlich mit besten Zutaten“, erklärt Christoph.

Das gilt selbstredend auch für einen weiteren Klassiker im Häusler’schen Angebot: den Panettone. Oder besser: für das ganze Panettone-Sortiment, das vom klassischen über Pandoro und Veneziane, den Panettoni mit Zuckerguss also, bis hin zu Schoko- und Birnen-Schoko-Panettone reicht. Aber halt: Panettone in Sterzing? Und das auch noch traditionell? „Wir backen unsere Panettoni schon seit fast 50 Jahren“, erzählt Christophs Vater Gerold, der das italienische Weihnachtswunder nach Südtirol gebracht hat. Aus einem einfachen Grund, der so oft das Fundament Häusler’scher Ideen bildet: „Wir haben Panettone einfach damals schon selber gern gegessen.“

So hat sich Gerold seinerzeit das nötige Wissen und Know-how in der Toskana angeeignet. „Ich bin da mehrmals hingefahren, um mir die richtige Technik zeigen zu lassen, habe dann selbst probiert und das Rezept verfeinert, bis ein echter Häusler-Panettone draus wurde“, so Gerold. Kurios ist: Eben dieser Häusler-Panettone hat heute den Rückweg nach Süden angetreten, wird doch ein nicht unwesentlicher Teil der hauseigenen Produktion im Mutterland des Panettone abgesetzt – so etwas wie ein Adelsprädikat für die Südtiroler Panettone-Pioniere.

Fragt man Christoph und Gerold nach dem Geheimnis eines guten Panettone, geben sie sich naturgemäß zugeknöpft. Neben besten Zutaten, etwa ausschließlich Sterzinger Butter, gelte es, sehr genau zu arbeiten. Und vor allem: dem Panettone genügend Zeit zu geben.

Hat’s der Panettone erst über die letzten Jahrzehnte geschafft, auch hierzulande zum Weihnachtsklassiker zu werden, gehören Zelten und Christstollen schon seit jeher dazu. Zelten entstand dabei aus dem Brauch, in der Weihnachtszeit Brot mit Birnen zu veredeln. „Im Laufe der Zeit sind andere Dörrobstsorten und kandierte Früchte dazu gekommen“, erzählt Christoph, der sich auch heute noch an das in der Bäckerei Häusler seit Generationen überlieferte Zelten-Rezept hält. Selbiges gilt auch für den Christstollen, einem ebenfalls mit kandierten Früchten verfeinerten Hefebrot, das in der Bäckerei Häusler seit jeher zum Sortiment gehört.

Viel Tradition, viel Überlieferung, viel Festhalten an Althergebrachtem also, wenn es um Weihnachten und die dazugehörigen Köstlichkeiten aus der Bäckerei Häusler in Sterzing geht. Für Christoph ist das gar keine Frage: „Weihnachten ist nun einmal die Zeit im Jahr, in der Traditionen die größte Rolle spielen“, sagt er. Gutes Süßes gehört seit Jahrhunderten dazu.

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